KOMMUNIKATION DEUTSCHKURS

Umfang des Kurses

Im Rahmen der Deutschsprachkurse sind neben dem theoretischen Wissen vor allem die praktischen Umsetzungsmethoden zu berücksichtigen. Mit dem theoretischen Wissen ist in erster Linie das lexikalische, semantische und grammatikalische Verständnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift gemeint, welches den Kursteilnehmenden eine solide Grundlage vermitteln soll. Um den Lerneffekt einer Sprache mit Ausdruckskraft und Individualität zu verbinden, sollen Kommunikationskurse bzw. Kommunikationstrainings als praktischer Teil der Deutschsprachförderkurse angeboten werden.

Generell vollzieht sich die Kommunikation schon sehr oft von alleine, da sie von individueller Spontanität geprägt ist. Kommunikationskurse bzw. Kommunikationstrainings bieten die Chance, die Gründe der Kommunikationsprobleme zu analysieren und zu beheben. Dies umfaßt den Abbau von Sprechhemmungen und Ängsten, indem Gesprächssituationen im Rollenspiel geübt werden. Erfolg stellt sich ein, wenn gemeinsame Ziele definiert und die Zwischenergebnisse reflektiert werden, so dass weitere Lernfortschritte angestrebt werden können. Diese werden wiederum seitens der Kursteilnehmer und der Kursleitung dokumentiert und gemeinsam ausgewertet.

Kommunikationskurse bieten sich in diesem Kontext auch deshalb an, weil sich die teilnehmenden Migranten und Migrantinnen durch Situationen in Form von Rollenspielen, die alltagsnah gestaltet werden, in die jeweilige alltagsrelevante Situationen hineinversetzen können. Solche Rollenspiele können beispielsweise Schul-, Arzt- oder Vorstellungsgespräche, aber auch das Vorsprechen bei Ämtern und Behörden sein. Die Kursleitung bietet somit den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in eine private oder berufliche Alltagssituation hineinzuversetzen, so dass Gespräche mit verschiedenen Personen geführt werden. Das hilft Mißverständnisse zu vermeiden und Ängste abzubauen. Diese Sicherheit im Gespräch zu erlangen, hat höchste Priorität und ist das Ziel für die Teilnehmenden. Denn ohne diese Sicherheit im Sprechen kann oft kein umfangreiches, verständnisvolles, intensives und inhaltlich relevantes Gespräch mit einer anderen Person geführt werden. Darüber hinaus wird die Situation an entsprechenden theoretischen Erkenntnissen eingeübte angepasst sein, damit das erworbene Wissen der Teilnehmenden unmittelbar auf die dargebotene Situation übertragen werden kann. Eine Wiederholung der bereits erworbenen sprachlichen Inhalte ist ebenfalls vorgesehen, so dass mit den Übungssituationen die möglichen Gesprächsmuster bei den Teilnehmenden stabilisiert werden können.

Zur Kommunikation gehört nicht nur die verbale Kommunikation, sondern auch die non-verbale Kommunikation. Die non-verbale Kommunikation verstärkt die verbalen Äußerungen mit Hilfe der Gestik und Mimik. Dies ist ein wesentlicher Teil der Kommunikation, daher sollten z.B. Begrüßungssituationen geübt werden. In Deutschland ist es üblich, sich freundlich anzulächeln und zu grüßen, je bekannter die gegenüberstehende Person ist desto wahrscheinlicher ist solch eine Begrüßung. In vielen Fällen ist es in Deutschland auch üblich, dass sich Personen vor einem Gespräch gegenseitig die Hände geben. Daher bietet es sich auch im Rahmen solch eines Seminares an, alltägliche Sitten, Etikette und Gewohnheiten der deutschen Kultur kennenzulernen und damit umgehen zu können. Zur Veranschaulichung könnten Exkursionen im Rahmen dieses Seminares durchgeführt werden, um eine praxisnahe Situation herzustellen. Ebenso werden auch Gesprächssituationen mit negativem Inhalt geübt, damit die Teilnehmer auch die Kompetenz erlernen, in schwierigen Situationen ein angemessenes Verhalten zu zeig